Die Wahrheit darüber, warum exzellente Netzwerker Zeitung lesen

Zeitungen und Zeitschriften, das ist doch alter Kram. Denken Sie das gerade? Dann sind Sie vermutlich 25 bis plus 15 oder minus 15 Jahre alt. Oder Sie sind jenseits der oberen Grenze, wenn Sie das nun gerade nicht denken und die Haptik einer Zeitung zu schätzen wissen. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich diese von mir aufgestellte Regel.

Lassen Sie mich eine zweite Frage stellen: Haben Sie schon einmal jemandem, der Ihnen gegenübersitzend in seinem Tablet-Computer liest in der folgenden Weise angesprochen: „Oh, ich sehe gerade, Sie lesen einen interessanten Artikel über Kunstgeschichte. Kommen Sie aus diesem Metier?“

Die Frage ist unfair mögen Sie sagen. Ein Tablet-Nutzer ist in Bewegung. Er sitzt nicht, sondern geht – in der Regel leicht gekrümmt – seines Weges und das mitten in der Stadt, wo ich ihm oder ihr begegne. Da nun aber der Mensch zwei Dinge nicht gleichzeitig gut machen kann, geht er langsam. Es ist also keine Kunst auf gleiche Höhe zu kommen, ihr oder ihm über die Schulter zu schauen und zu sagen: „Oh, ich sehe gerade, Sie lesen einen interessanten Artikel über Kunstgeschichte. Kommen Sie aus diesem Metier?“

Es mag Ausnahmen geben, das Guinness-Buch der Rekorde ist voll von menschlichen Akrobaten. Aber ich muss passen: Durch meine Gleitsichtbrille habe ich selbst bei Tempo Null keine Chance.

Was lernen wir daraus? Netzwerker lesen Zeitung. Glauben Sie es mir: Es klappt sogar in beiden Richtungen. Leser und Mitleser gehen aufeinander zu oder Leser und Mitleser bewegen sich auf gleicher Höhe. Ein Wunder der – alten – Technik!

Ein zweiter, nicht ganz unwesentlicher Vorteil für Sie als Novize im großen Feld des Netzwerkens ist folgender: Das Mittel Zeitung hat die passive Komponente des Netzwerkens. Was meine ich damit? Ich bin in den letzten Jahren häufig Personen begegnet, die in der Diskussion über gutes Netzwerken wie folgt reagiert haben: „Jahaah, Sie Herr Bengs, Sie können das, aber ich doch nicht, wie stellen Sie sich das vor, ich bin viel zu schüchtern.“

Darauf habe ich zwei Antworten. Wenn Sie der Leser einer Zeitung sind, dann haben Sie die Chance – und diese ist nicht null –, dass Sie angesprochen werden. Ich könnte zum Beispiel Ihre Zeitung mitlesen und da ich nicht weiß, wo Sie sich gerade in Ihrer Ausbildung zum guten Netzwerker befinden, spreche ich Sie natürlich diesbezüglich rücksichtslos, aber freundlich an, wenn Sie einen Artikel über Kunstgeschichte lesen. Sie müssen schon sehr unfreundlich sein oder einen schlechten Tag erwischt haben, wenn Sie dann nicht neugierig auf mich eingehen. Soviel Unfreundlichkeit traue ich Ihnen einfach nicht zu.

Und zweitens gilt: Niemand auf dieser Welt ist als irgendwas geboren, schon gar nicht als schüchterner Mensch. Alles kann man lernen, mit Disziplin und Fleiß. Auch wenn Netzwerken kein Schulfach ist wie viele andere wichtige Dinge im Leben auch, etwa Kommunikation, Verkaufen oder Organisation, man kann es lernen, Schritt für Schritt. Ich begleite Sie gern dabei. Lernen Sie von und lernen Sie mit mir.

Da Sie lernen möchten – Sie sind bis zu diesem Satz vorgedrungen – schenke ich Ihnen heute meinen ersten Netzwerk-Diamanten:

Lesen Sie in der Öffentlichkeit! Auf der Parkbank, im Café, im Zug, auf der Rolltreppe, im Schwimmbad, in der Schlange in der Sie stehen und wo immer es möglich ist, eine große aufgeschlagene Zeitung, eine in beiden Händen im Blick haltende Zeitschrift oder ein Buch, so dass es alle sehen und mitlesen können.

Sie zweifeln? Nicht nötig. Tun Sie es einfach!

Das ergibt dann die überraschende Komponente, die ich im Beitrag „Sie können auch ohne Netzwerk glücklich sein, aber wollen Sie das?“ angesprochen habe. Sie werden sich an den unerwarteten Kontakten erfreuen, die Sie so generieren. Auch wenn es morgen nicht klappt: Geben Sie nie auf. Ich garantiere Ihnen, dass es funktioniert. Nicht nur ich laufe da draußen herum und spreche Sie an, weil Sie etwas über Kunstgeschichte lesen. Ich habe schon sehr interessante Kontakte auf diese Weise gemacht. Wertvolle Kontakte.

Netzwerken ist eine Lebensphilosophie.

Herzlich,

Ihr Holger Bengs

P.S.: Lassen Sie sich nicht verwirren, wenn auf dem Foto zu diesem Beitrag nur Fachzeitschriften aus der Chemie zu sehen sind. Ich komme aus dem Metier Chemie. Grundsätzlich ist meine Idee auf alle Felder anwendbar, inklusive Kunstgeschichte. Und Sie werden nicht glauben wieviel Kunstgeschichte aus der Sicht der Materialien und Farben auch mit Chemie zu tun hat.

Bitte vergessen Sie als Freund dieses Blogs nicht den ersten Rabatt-Code Fan10% für die Teilnahme an einem meiner Workshops aufzuschreiben.

 

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